Bei Zwängen handelt es sich um einen inneren, subjektiven Drang, bestimmte Dinge zu denken oder zu tun. Charakteristisch ist ein Widerstand der Person gegen diesen Drang, und es besteht Einsicht in die Sinnlosigkeit des Verhaltens. Die Haupttypen von Zwangshandlungen sind Reinigungs- und Kontrollzwänge. Zwangshandlungen und -gedanken treten in den meisten Fällen gemeinsam auf.

Der durchschnittliche Beginn der Zwangsstörung liegt in den frühen 20er Lebensjahren. Kontrollzwänge finden sich überwiegend bei Männern, Waschzwänge dagegen eher bei Frauen. Zwangspatienten versuchen üblicherweise, ihre Störung lange Zeit zu verbergen bzw. selbst damit zu Rande zu kommen und suchen im Schnitt erst ca. 7,5 Jahre nach Beginn eine Behandlung auf.

Der Zwangserkrankte lebt in einer Stimmung der Depressivität, Unsicherheit und Ängstlichkeit.

Zwangserkrankungen haben häufig noch andere Angststörungen, Phobien oder Panik als Begleiterscheinungen.

Der Zwangserkrankte ist der stetigen Überzeugung, daß ein Unterlassen seines Zwangsverhaltens großes Leid und Schaden über sich und andere bringen könnte. Insofern werden die Zwangshandlungen ritualisiert, um die bedrohlichen Dinge abzuwehren, aus Schutz findet ein ständiges Überprüfen statt (z.B. wird permanent nachgesehen ob der Elektroherd auch wirklich ausgeschaltet ist).                                                                                                                      Der Zwangserkrankte kann seine Handlungen eigentlich immer begründen, sie können mit klar verständlichen, aber auch mit mystischen Überzeugungen begründet sein. Der Zwangserkrankte ist sich über die eigentliche Unsinnigkeit seiner Handlungen oder Zwangsgedanken bewußt, kann sich ihnen allerdings nicht entziehen.

Es gibt zwei Arten der Zwangserkrankungen:

Zwangsgedanken:

Hier drängen sich bestimmte Vorstellungen und Ideen zwanghaft auf. Diese Ideen und Vorstellungen sind entweder einfach nur sinnlos, aggressiv oder obzön geprägt.                                                    Bei den Zwangsgedanken entwickelt der Erkrankte häufig eine depressives Syndrom.

Zwangshandlungen:

Hierbei handelt es sich um ständig wiederholte Handlungen, die vom Betroffenen zwanghaft durch- geführt werden müssen. Ordnung und Sicherheit sind oft der zentrale Mittelpunkt einer Zwangs- handlung. Wasch-, Zähl- und Ordnungszwänge sind meist die eigentlichen Manifestationen.

 

Bei einer Phobie handelt es sich um eine Angsterkrankung. Diese Angst ist auf etwas spezielles gerichtet, das kann eine Situation, ein Gegenstand ein Lebewesen oder ein anderer Mensch sein, die normalerweise keine solche Angst hervorrufen.

Wie bei Angststörungen im allgemeinen spielt auch bei der Phobie die Vermeidung der angstaus- lösenden Situation eine große Rolle. Solange es dem Phobiker gelingt diese angstauslösende Situation zu meiden, wird er auch nicht mit seiner Angst konfrontiert.

Phobien können als Agoraphobie, Sozialphobie oder als spezielle Phobie auftreten.

Agoraphobie (Platzangst):

Die Agoraphobie ist eine starke Angst/Furcht vor einem Aufenthalt in der Öffentlichkeit.

Vor allem vor Orte,  von denen eine Flucht nur schwer möglich wäre oder einem Ort, wo im Falle der benötigten Hilfe keine Hilfe verfügbar wäre, richtet sich diese Phobie. Am häufigsten meidet der Phobiker bei dieser Art der Phobie einen Aufenthalt in einer Menschenmenge (Straßenbahn, Kaufhäuser, Bahnhöfe usw.), Aufzügen, Brücken, Tunnel, belebte Straßen usw.

Der Mensch, der unter einer Agoraphobie leidet verläßt seine Wohnung nur selten, es ist ihm aufgrund seine Befürchtungen nicht möglich, wenn dann in aller Regel nur unter Begleitung.

Die Agoraphobie beginnt häufig mit einem Panikanfall. Der Phobiker entwickelt nun eine Angst davor, daß sich diese Panikattacke wiederholen könnte. Im eigentlichen hat der Phobiker dann eine Angst vor der Angst entwickelt, die das Leben des Phobikers komplett beherrschen kann.

Soziale Phobien:

Bei der Sozialphobie handelt es sich um die Angst, in einer Gruppe von Menschen im Mittelpunkt zu stehen und den Blicken anderer ausgesetzt zu sein. Die sozial Phobie kann sich in Beschwerden wie Erröten, Händezittern, Übelkeit oder den Drang zur Toilette zu müssen äußern.

Der sozial Phobiker ist sich meist bewußt darüber, daß seine Ängste überzogen und unbegründet sind, ohne jedoch etwas dagegen tun zu können. Soziale Phobien sind in der Regel mit einem niedrigen Selbstwertgefühl und einer übertriebenen Angst vor Kritik verbunden.

Das Vermeidungsverhalten des sozial Phobikers kann zu starker sozialer Isolierung führen.

Spezifische Phobie:

Spezifische Phobien beziehen sich auf ganz bestimmte Situationen, z.B. auf:

Tiere (Zoophobie), Höhe (Akrophobie), Angst in engen Räumen (Klaustrophobie) usw.

Wenn der Phobiker diese bestimmte Situation nicht meiden kann, kann er in eine Panikattacke geraten. Die Lebensqualität des Phobikers hängt im starken Maße damit zusammen, wieweit die phobische Situation vermieden werden kann.

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