Unter der Bezeichnung Sucht versteht man die körperliche oder geistige Abhängigkeit, die nachteilige Auswirkungen für den Sucht – Erkrankten und seine Umwelt mit sich bringt und zu einer Toleranzsteigerung führt.

Personen mit einem Mißbrauch bzw. einer Abhängigkeit von psychotropen (= auf die Psyche einwirkende) Substanzen (vor allem Alkohol, illegale Drogen und Medikamente) stellen die größte Gruppe psychischer Störungen in Deutschland mir etwa 3,5 Millionen dar (etwa 4,5 % der Gesamtbevölkerung). Dazu kommen etwa 8 Millionen mit einem gesundheitsschädigenden Gebrauch von Nikotin.                    

Primär unterscheidet man nachfolgende Abhängigkeitsformen:

psychische Abhängigkeit:

Damit bezeichnet man das unbezwingbare Verlangen nach ständig wiederholter Einnahme einer Droge, um einen lustvollen bzw. positiven Zustand zu erreichen und Unlustgefühle zu vermeiden.

körperliche Abhängigkeit:

Bei den meisten Drogen entsteht nach unterschiedlich häufiger Einnahme eine körperliche Abhängigkeit, d.h. einen Anpassungszustand des Stoffwechsels, der dazu führt, daß der Körper regelmäßig auf die Zufuhr einer bestimmten psychotropen Substanz angewiesen ist. Zwei zentrale Kriterien sind Toleranz (Es werden zunehmend größere Mengen der Substanz erforderlich, um den gewünschten Effekt zu erzielen, was gleichzeitig bedeutet, daß bei gleicher Dosis die Wirkung der Substanz bei wiederholter Einnahme allmählich abnimmt) und Entzugserscheinungen (Der Entzug tritt nach Absetzen der Droge auf, äußert sich in unterschiedlichen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost oder Gliederschmerzen).

Abusus: (schädlicher Mißbrauch)                                                                              beschreibt den physischen und/oder psychischen Schaden bei unzweckmäßigem und übermäßigem Gebrauch von Suchtmitteln.

Soziale Auswirkungen:

Die körperliche und/oder psychische Abhängigkeit führt früher oder später zu erheblichen sozialen Konsequenzen. Dazu gehören z.B. die Vernachlässigung bzw. Einschränkung der sozialen Beziehungen, das Nachlassen der beruflichen Leistungsfähigkeit sowie Verwahr- losungserscheinungen im Rahmen der selbständigen Lebensführung. Konsum illegaler Drogen ist außerdem mit kriminellen Verhaltensweisen verbunden, u.a. mit Beschaffungskriminalität.

Die Entstehung einer Abhängigkeitserkrankung wird aus dem Zusammenspiel dreier Faktoren erklärt:

Droge                                                                                                                  Verfügbarkeit, Dosis, Applikationsart (Art der Heilverordnung), Suchtpotenz, Drogenwirkung

Individuum (Persönlichkeit)                                                                          Frustrationstoleranz, Ich – Stärke, neurotische Entwicklung

Umwelt                                                                                                                       elterliches Vorbild, Erziehungsfehler, Gruppenzwänge, Konsumgesellschafft, Freizeitvakuum, Konfliktsituationen, Ideologie

Suchterkrankungen bedürfen in den allermeisten Fällen der stationären Behandlung.

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